14 Jul
Die Operation war heikel. Hannahs eigenes Herz hatte fast gar nicht mehr geschlagen. Der Eingriff gelang. Doch der Preis war hoch. Hannah musste harte Medikamente nehmen, die dafür sorgen sollten, dass ihr Körper das fremde Organ nicht abstieß. Sie sorgten dafür.
Aber die Präparate, die ihr Immunsystem unterdrückten, lösten eine andere schwere Krankheit bei dem kleinen Mädchen aus. Hannah bekam Krebs. Die Folge waren mehrere Chemoptherapien. Hannah litt. Ihr Spenderherz wurde immer schwächer, weil die Ärzte die das Immunsystem herunterdrückenden Medikamente reduzieren mussten. Manchmal konnte Hannah nicht einmal mehr gehen, sie saß im Rollstuhl. Manchmal konnte sie nur noch mit fremder Hilfe atmen. Irgendwann glaubten auch die Ärzte nicht mehr an den Erfolg ihrer Behandlung.
Das Krankenhaus informierte einmal die Eltern. Ihr Kind, sagte die Krankenschwester, liege im Sterben. Sie habe wahrscheinlich nur noch zwölf Stunden zu leben. „Sie glauben, was sie glauben“, hatte damals Hannahs Vater Paul der Schwester gesagt. „Ich glaube, was ich glaube.“ Und er glaubte nicht an Hannahs Tod. Er glaubte an ihr Leben.